
Meine ersten Auslandsreisen in Sachen Eisenbahn führten ins benachbarte Polen. Im Jahr 1987, dem Jahr meiner ersten Polenreise, führte die Polnische Staatsbahn PKP noch etwa 800 Dampflokomotiven in ihrem Bestand. Allerdings erbrachten diese nur noch knapp 3% der Zugleistungen, da viele nur im Rangiereinsatz oder als Heizloks verwendet wurden. Trotzdem gab es noch reine Dampfhochburgen, wie die Betriebswerke von Jarocin, Wolsztyn, Gniezno, Kepno, Kłodzko, Chabówka, Ełk, Korsze, um nur einige zu nennen. Nach der politischen Wende 1990 und der Öffnung des Ostblocks wurde das Reisen nach Polen und auch das Fotografieren von Bahnanlagen wesentlich einfacher, sodass ich mich immer häufiger in dieses Land aufmachte. Und je öfter ich mich in Polen aufhielt, umso mehr lernte ich die lieblichen Landschaften und vor allem die unkomplizierten und herzlichen Eisenbahner kennen und schätzen. Allerdings währte das ‚Dampfparadies Polen‘ nicht lange, denn spätestens nach dem Winter 1991/92 gingen die Feuer unter den Kesseln polnischer Dampfloks endgültig aus. Es blieb immerhin noch die löbliche Ausnahme von Wolsztyn und ein paar wenigen Schmalspurbahnen.